Dienstag, Februar 02, 2010

Wortwolken

Nein, es fängt nicht an Worte zu regnen. Wobei... so weit weg ist der Gedanke garnicht.
Wordle ist ein nettes Tool im Internet, das aus einem beliebigen Text Wortwolken erstellt. Die schauen dann fast aus, wie eine Mindmap, wobei je nach Häufigkeit manche Wörter größer und andere kleiner geschrieben sind.
Das ganze kann man dann in verschiedenen bewusst gewählten Farben, Stilen oder einfach per Zufallsgenerator anordnen lassen und hat eine tolle Übersicht über ein Thema.
Ich würde es nicht überbewerten, aber so kann man zum Beispiel rausfinden, welches Thema in einem bestimmten Parteiprogramm, Protokoll, Buch oder Liedtext besonders oft vorkommt.
Als Test habe ich zum Beispiel mal meinen
Kalender 2009 als Wortwolke umgesetzt (117 KB pdf als Link).


Als Gegenbeispiel noch der Kalender 2008 (139 KB pdf als Link)


Und der Text meiner Magisterarbeit (250 KB pdf als Link)


Ist das Kunst? Wenn ja, wer ist der Künstler? Ist es mein Werk (weil ich den Text und die Parameter eingestellt habe)? Oder das Werk des Computers, der es berechnet hat? Oder ist der Programmierer hinter der Idee der Urheber des Werkes?

Auf jeden Fall finde ich das das schön und werde mir meinen Kalender als lustige Wortwolke an die Wand hängen :-)

Dienstag, Juni 23, 2009

Stoppt das Stoppen!

Ich bin gegen so einiges:
  • Ich bin dagegen, dass Menschen andere Menschen sexuell oder körperlich missbrauchen.
  • Ich bin dagegen, dass Erwachsene ihre Machtposition gegenüber Minderjährigen ausnutzen.
  • Ich bin dagegen, diese Übergriffe zu filmen und im Internet zu veröffentlichen.
  • Ich bin dagegen, dass Menschen mit so etwas sogar (direkt oder indirekt) Geld verdienen.
Ich bin dagegen, dass unser Staat behauptet, etwas gegen das grundlegende Problem zu tun, indem bestimmte Internetseiten, die auf solche Videos verlinken mit einem Stoppschild versehen werden (statt die Videos zu löschen). Das hilft weder den missbrauchten Kindern noch den offenbar kranken Tätern, das verhindert nicht den Zugriff auf das Material, sondern erschwert lediglich den Weg dorthin für Menschen, die nicht ohnehin über organisiertere Strukturen verfügen als offene Internetseiten.
Ich bin dagegen, dass aufgrund einer derart untauglichen Aktion das Prinzip der freien Meinungsäußerung eingeschränkt wird und durch eine "Internetpolizei" die Möglichkeit gegeben wird, zukünftig potentiell jeden Inhalt zu filtern und zu blocken, der dieser Instanz nicht gefällt. Kinderpornographie ist ein Einstieg bei dem sich alle einig sind, dass en Verbot sinnvoll ist. Aber durch diesen LowLevel-Einstieg in die Zensur stellt sich die Frage, wann bestimmte politische, religiöse oder weltanschauliche Meinungen nicht mehr tragbar sind.

Deutsche Firmen sind international bereits kräftig dabei, Internetzensur zu betreiben und der Traum von weltweiter Meinungsfreiheit und Gleichberechtigung kann durch staatliche Kontrollen schnell zur Meinungsdiktatur werden.

Und weil ich es nicht gut finde, nur gegen etwas zu sein, bin ich
für Meinungsfreiheit und freie Kommunikationswege
für globale Gleichberechtigung im globalen Netz
für ein freies Internet ohne staatliche Zensur (oder Firmenzensur)
für aktiven Kinderschutz durch sinnvolle Familienpolitik

Wer glaubt, ich übertreibe und Chinas "große Firewall" sei doch die einzige Ausnahme, lese bitte folgendes über die aktuelle Internetpolitik des Iran:
http://online.wsj.com/article/SB124562668777335653.html

Mittwoch, Mai 20, 2009

einundzwanzigstermaizweitausendundneun - Wer definiert unsere Feiertage?

"Am 21.Mai ist Vatertag" proklamieren Werbeanzeigen auf diversen Internetseiten und bieten Waren feil, die man aus diesem Anlass unbedingt kaufen sollte. Meist Fleisch, Bier oder Elektrogeräte. Vor ca. 2 Wochen war der gleiche Slogan zum Muttertag zu sehen, Blumen und Pralinen waren vor jenem Sonntag im Sortiment.
Die Werbeindustrie versucht systematisch aus christlichen Feiertagen (=Besinnung = Geschäfte zu = kein Verkauf) Verkaufsfeste zu machen, zu denen man sich im Vorfeld gebührend eindecken und den Umsatz erhöhen kann.

Dann gibt es noch den Kirchentag in Bremen und den APS-Kongress in Marburg, wo man den Gedenktag an die Himmelfahrt Jesu (zu seinem göttlichen Vater) nutzen kann, um mit vielen Menschen über wichtige Themen nachzudenken. Das ist sicherlich schon näher dran, aber spüre ich auch bei christliche Events wenig Kontemplation und geistliche Besinnung.

Und es gibt Menschen, die den Himmelfahrtsfeiertag nutzen, um eine Demo gegen eben jenen APS-Kongress zu organisieren. Dort wird gegen alles Mögliche demonstriert, weil demonstrieren eben Spaß macht und man dabei auch viele Leute treffen kann. Ursprünglich mal gegen 2 Referenten einer Fachtagung, dann auf einmal gegen die gesamte Veranstaltung und mittlerweile gegen alles, was irgendwie wertkonservativ riecht. Und da fällt scheinbar erstmal alles religiöse drunter, vor allem evangelische Freikirchen und christliche Organisationen. Und leider habe ich immer mehr den Eindruck, dass es weder um echte inhaltliche auseinandersetzung geht, noch um konkreten Dialog, sondern (zumindest bei einigen) umeinen Grund für Gewalt und destruktive Aktionen.

Kaufen, Saufen, Tagen, Demonstrieren. Man kann viel machen am 21.5.2009. Eigentlich wollte ich einfach mit Freunden grillen und einen freien Tag genießen, aber dank dem angekündigten Krawall muss ich evt doch in Marburgs Innenstadt präsent sein, betend und de-eskalierend durch die Straßen gehen und aufpassen, dass nicht zu viel kaputt gemacht wird. Und wer weiß, vielleicht kann ich ja dabei sogar mit einigen Menschen ins Gespräch kommen über die Person, die vor knapp 2000 Jahren zum Himmel aufgefahren ist, um von dort zuzuschauen, wie Menschen sich auf der Erde gegenseitig diskriminieren und behaupten, die anderen hätten ja keine Ahnung (und zwar oft auf beiden Seiten!).
Und wenn ich dann noch ein Steak und ein Bier bekomme und am WE evt sogar die langersehnte DVD-Collection IT-Crowd (Staffel 1-3, UK-Import) ankommt, hat auch die Werbeindustrie ihren Anteil an meinem Vatertag gehabt. Ist doch schön, wenn alle glücklich sind :-)

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Donnerstag, März 26, 2009

Wie groß ist die Bibel?

"The Bible in .txt format takes 1,64 M"

Zufällig bin ich bei einer Internetrecherche zu einem Softwareproblem gerade auf dieses Zitat gestoßen. Dabei habe ich nicht überprüft, ob es aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammt, ob es faktisch zutreffend ist oder ob eine bestimmte politische/theologische/ideologische Meinung dahinter steht. Was mich viel mehr dabei fasziniert hat ist wiedereinmal der Gedanke:
Muss man alles so aufblähen?

Es gibt heutzutage Software, die mit einem Umfang von mehreren GB das gleiche tut, wie ein Dos-Programm mit wenigen KB. Mit dem einzigen Unterschied, dass man jetzt mehr bunte Bildchen, Animationen, Sounds und Assistenten hat.
Der immer noch auf allen Windows PCs vorhandene mplayer2.exe umfasst lediglich 5KB und kann (mit den richtigen Codecs anbei) jedes Video abspielen.

Warum in aller Welt muss man also eine Email mit bunten Bildchen von 2KB auf 200KB aufblähen, einen Newsletter als PDF mit über 1MB verschicken (statt sinnvoll komprimiert auf max 200KB) und Internetseiten so grafisch überladen, dass ein User ohne DSL-Anbindung nebenbei Schach spielen kann?
Klar, die Bedienung ist oft komfortabler und intuitiver. Aber meist weder schneller noch effizienter (wenn man mal ein wenig Zeit investieren würde, um Tastatur-Shortcuts zu lernen...).

So, genug gemeckert. Bei der nächsten Mail/Newsletter/Website/Software, die du in die Welt setzt frag dich mal: Wenn der Inhalt der gesamten Bibel 1,64 MB umfasst, wie viel Speicherplatz ist dann meine Nachricht wert?
;-)

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Montag, März 23, 2009

Rotkäppchenanalyse

Gerade hab ich dank Ehrensnf einen geilen Clip gefunden.

Ich mag es ja, wenn andere Menschen relevante Themen analytisch betrachten und so hinter die Oberfläche schauen.
So zum Beispiel folgende Neuinterpretation von Rotkäppchen.
Toll, was mit Flash alles möglich ist :-)



Einziges Manko: Das Girl hat keinen roten Hut auf!

Sonntag, März 15, 2009

Globalisierter Musikmarkt

Wow, meine neue CD ist da!

Nichtsahnend habe ich am 23.2. eine CD über den Amazon Marketplace bestellt. Da vernetzen sich kleine Firmen, um per Amazon-Schnittstelle an die große Kundschaft zu kommen. Und da es die gesuchte CD momentan nicht offiziell über Amazon gab, habe ich auf deren Marktplatz bei einem Händler eingekauft. Zum Preis von Knapp 6 EUR (+ 3 EUR Versandkosten) klang das Angebot fair. Was damit in Gang gesetzt wurde, konnte ich nicht ahnen:
  • Eingeloggt war ich mit meinem deutschen Profil bei der deutschen Amazon-Website und mit mittelhessischer Liefer-Adresse.
  • Angeboten war die Cd zur Lieferung nach Deutschland, wie üblich.
  • Von Amazon bekam ich wie gewohnt die Bestellbestätigung und der Betrag wurde vom Konto eingezogen.
  • Noch am Gleichen Tag meldete sich der Verkäufer als Händler aus Australien, um auf eine Lieferzeit von 7-14 Tagen hinzuweisen.
  • 5 Tage später bekam ich die Nachricht, dass selbst der australische Händler auf eine Lieferung seines Zulieferers wartet.
  • Nochmal 4 Tage später kam dann die frohe Botschaft: Die CD ist verschickt worden.
  • Nochmal 10 Tage später kam die CD tatsächlich bei mir an, inklusive Luftpoststempel und Zollbescheinigung.
  • Heute habe ich die CD nun endlich hören können und bin glücklich...
Was mich daran erstaunt ist nicht so sehr die lange Wartezeit. Das kann cih verschmerzen (auch wenn es mittlerweile die gleiche CD auch wieder regulär bei Amazon gäbe und ich sie ähnlich günstig und vermutlich schneller hätte im Laden kaufen können). Spannend finde ich, dass ein Händler in Australien über eine deutsche Internetseite Kunde wirbt, um daraufhin von einem Zulieferer Ware zu bekommen und per Luftpost nach Deutschland zu versenden. Insgesamt habe ich vier Emails des Verkäufers bekommen (+2 von Amazon) und das ganze für ein Produkt, das mich insgesamt weniger als 9 EUR gekostet hat.

Wo kann da noch eine Gewinnspanne bleiben? Ich weiß es nicht und kann nur staunen...

Samstag, Januar 17, 2009

Vorherbestimmung des Predigers

Ich arbeite ja gerade nach dem Leseplan des Bibel-Intensiv-Kollegs (BIK) das Alte Testament im Laufe von ca. einem Jahr durch. Dabei bin ich momentan am Buch Prediger. Dieses Buch bewegt mich bereits, seitdem ich mich in der 10. Klasse zum ersten Mal damit befasst habe.
Mich fasziniert die Tiefe, die in den recht einfachen Sätzen steckt, die Lebensweisheit, die der Autor zu haben scheint und die Prägnanz mit der er seine Schlussfolgerungen präsentiert.
Außerdem spricht mich die Schlussfolgerung - reflektierter Genuß und dankbare Freude - auf die Frage nach dem Sinn des Lebens an.

Der Prediger hat versucht durch Reichtum und Luxus, durch Enthaltsamkeit, Frömmigkeit, Bedächtigkeit und philosophische Gedankenkonstrukte zu verstehen, was eigentlich am Ende von unserem Leben übrig bleibt bzw wafür es sich eigentlich zu leben lohnt. Dabei bleibt purer Luxus genauso auf der Strecke wie völlige Abstinenz, am Ende steht aber immer: Freude an dem, was einem geschenkt ist. Das versuche ich zu leben. Egal, ob ein Projekt gut läuft oder ich in Problemen stecke will ich das, was ich habe, genießen und mich darüber freuen. Denn was ich bin und habe, kommt alles aus Gottes Hand.

Dieser starke Vorherbestimmungscharakter war mir an der Stelle bisher noch nie so deutlich aufgefallen.
Christen sagen ja oft, der Sinn des Lebens sei es: "...Gott zu dienen" oder "...Gottes Reich auszubreiten" oder zumindest "...nach Gottes Willen zu leben". All diese Formulierungen deuten darauf hin, dass ich mein Leben selber in der Hand habe, aktiv bestimmen kann, was ich tue und was bei meinem Tun herauskommt. Der freie Wille ist zentrales Argument (und auch das kann man natürlich gut biblisch begründen!).
Aber heute beim Lesen fand ich es unglaublich entspannend zu entdecken, dass ich gar nicht alles tun muss. Gott ist durchaus in der Lage, auch ohne meine Hilfe an sein Ziel zu kommen und die Welt im Griff zu haben. Sonst wäre er nicht Gott. Es mag sein, dass er mir zugesteht, selber denken und handeln zu können und eigene Entscheidungen bewusst zu treffen (wobei die Hirnforschung ja gerade das momentan bestreitet...), letztlich hängt aber der große Lauf der Dinge nicht von mir und meinen Aktionen ab.
Ich darf mich also zurücklehnen und mich daran freuen, was Gott geschaffen hat. Ich darf es pflegen und bewahren, darf bedacht mit Gottes Natur umgehen, meinen Mitmenschen positiv begegnen und mir schlaue Gedanken machen, wie das alles noch ein wenig schöner sein könnte. Durch nix, was ich tue oder denke, kann ich den großen Lauf der Dinge beeinflussen.
Das ist eine sehr krasse Aussage, die dieses biblische Buch sehr einseitig trifft. Und es tut mir gut, sie einfach mal stehen zu lassen.

Natürlich soll diese Erkenntnis nicht zu einem depressiven Nichtstun führen und nicht als Ausrede dienen, warum man sich nicht sozial engagiert. Ganz im Gegenteil soll sie zu einem entspannten Leben führen und uns ermöglichen ohne Zugzwang ganz zweckfrei Zeit mit anderen Menschen zu verbringen. Ich muss garnicht immer zwangsweise tiefe Gespräche führen wollen, sondern kann warten, ob es einfach passiert. Ich muss garnicht jeden Menschen bekehren wollen, sondern kann ganz natürlich Vorbild sein, wie ein Leben in Gemeinschaft mit Gott aussehen kann.
Und dadurch dass ich mich bewusst dafür entscheide, nach dieser Theorie zu leben, habe ich sie auch schon wieder gebrochen und erkannt, dass eben trotz eines großen Plans kleine Entscheidungen nicht ausgeschlossen sind. Ob ich diese Entscheidung gerade selber getroffen habe oder Gott mich dazu bestimmt hat, diese Entscheidung zu treffen, ist mir letztlich völlig egal, solange ich mich darüber freuen kann :-)

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Freitag, Dezember 19, 2008

Was wird aus Weihnachten?

Weihnachten, das Fest der Liebe. Das Fest der Familie, der Geschenke, des guten Essens und das Fest an dem immer noch im ganzen Land die Kirchen aus allen Nähten platzen.

Wir feiern den Heiligen Abend (24.12.) als den Abend an dem Jesus als Baby in der Krippe geboren wurde und orientieren uns dabei an der biblischen Überlieferung von Lukas 2. Dieses Ereignis war den Gründern der Bundesrepublik Deutschland so wichtig, dass sie dafür sogar 2 Feiertage spendiert haben (25.&26.12.). In dieser Zeit am Ende des Jahres kann man zur Ruhe kommen, sich besinnen und das eigene Leben in einer größeren Realität wahrnehmen.
Andere Länder haben teilweise nur einen Tag frei, aber in der gesamten westlichen Welt ist Weihnachten als feststehender Bestandteil in die Kultur eingegangen und prägt unsere inner Uhr, unser Konsumverhalten und unsere Emotionswelt.

Ich will jetzt garnicht über die Kommerzialisierung (Lebkuchen im August), den eigentlichen Zweck (Gott wird Mensch - aus Liebe zu uns) und mögliche Rückbesinnung auf alte Bräuche (fasten, teilen, gemeinsam freuen) schreiben. Das sollte an anderer Stelle geschehen.
Ich stelle mir momentan viel mehr die Frage, ob ich mit meiner Einstellung zu Weihnachten überhaupt noch in die heutige Gesellschaft passe. Immerhin singe ich klassische Weihnachtslieder mit klar christlichem Text, schreibe in meinen Rundmails auch über die Geburt des historischen Christkindes und bekenne mich dazu, dass dieses Fest für mich mehr ist als Glühwein trinken und Kreditkartenrahmen austesten.

Und dann lese ich, dass an einer englischen Schule aus "Political Correctness" bei Schulweihnachtsfeiern keine Weihnachtslieder gesungen werden dürfen und ein Krippenspiel aus Rücksicht auf andersgläubige Menschen fast abgesagt wurde. Dann sitze ich bei diversen Weihnachtsfeiern bei denen alles seinen Platz hat nur nicht der Ursprung von dem, was man eigentlich gerade feiert. Und dann gehe ich durch die Stadt und lächle freundlich die Menschen um mich herum an, die voller Hektik Geschenkeberge an sich raffen ohne den Sinn des Schenkens überhaupt zu bedenken. Ich kenne Menschen, die sich ärgern, dass über Weihanchten die Bibliothek nciht öffnet, weil sie gerne lernen würden. Ich kenne Menschen, die jetzt schon wissen, dass der heilige Abend in trauter Familienrunde spätestens ab 22 Uhr unerträglich wird und seit einigen Jahren entdecke ich immer wieder Kneipen, Diskotheken und andere Orte, die an den Weihnachtsfeiertagen und sogar an Heiligabend die gefrusteten Weihnachtshasser zum fröhlichen Feiern einladen.
Klar, wenn man seit 3 Monaten nur noch von Stollen und Spekulatius lebt und spätestens seit dem 1.Advent der tägliche Glühweinstandbesuch nciht fehlen darf, dann hat man irgendwann genug von dem Rummel. Wenn die Familie sich das ganze Jahr über aus dem Weg geht, weil unausgesprochene Missgunst zwischen den nächsten Verwandten sich aufgestaut hat, kann der eine Abend besonderer Nähe nicht lange gut gehen. Und wenn sowieso das klassische Vater-Mutter-Kinder-Bild unserer Gesellschaft zu einer Patchwork-Ideologie zerfällt, bei der 12 irgendwie Verwandte innerhalb von 3 Tagen versuchen in 7 unterschiedlichen Konstellationen jeweils möglichst harmonische Zeit zu verbringen, dann verstehe ich, warum einige Mitmenschen zu Weihnachtsverweigerern werden.


An sich mag ich meine klassiche konservative Art mit Weihnachten umzugehen.
Gottesdienst, gutes Essen mit der Familie, ein paar Lieder und Gedichte und zwischendurch von Herzen kommende Geschenke mit Bedeutung. Dazu Zeit, sich gegenseitig zuzuhören und nciht schon zum nächsten Termin hetzen zu müssen.
Ich hinterfrage zwar Traditionen und bin bereit, sie zu ändern, wenn sie mir nicht mehr zeitgemäß erscheinen, aber eine Begründung, warum ich mich Weihnachten nicht mehr an den Namensgeber ("Christmas") erinnern sollte, um andersgläubie nicht zu diskriminieren oder warum ich der Konsumbranche zu neuen Rekordzahlen verhelfen muss, um die Konjunktur zu retten, habe ich dabei noch nicht gefunden. Und deshalb bleibt für mich Weihnachten der Tag an dem wir uns an die Geburt von Jesus Christus erinnern.

Und wie feierst du Weihnachten?

Samstag, November 01, 2008

Dudeism

"Come join the slowest-growing religion in the world - Dudeism. An ancient philosophy that preaches non-preachiness, practices as little as possible, and above all, uh...lost my train of thought there. Anyway, if you'd like to find peace on earth and goodwill, man, we'll help you get started. Right after a little nap."

Soweit der Introtext der Website
www.dudeism.com, die informieren will, wie man mit Gelassenheit und Trägheit die Welt verbessern kann.

Das ganze geht zurück auf den "Dude" aus dem Film "The big Lebowski" (Coen-Brothers. 1998). Ein vollkommener Looser, der den ganzen Film lang nur Pech hat und dadurch zur Kultfigur geworden ist, dass er
- ein totaler Versagen ist
- ständig "bekackt" ("fucking" im Original) sagt
- zu jeder Gelegenheit "White Russian" trinkt
- in tiefer Zufriedenheit diese Situation hinnimmt und das Leben genießt.

Eigentlich also der totale Antiheld und gerade das fasziniert am Dude. Er ist vollkommen das Gegenteil von dem, was uns die Welt vorgbit. Er widersetzt sich in einer tiefen Ruhe den gesellschaftlichen Gepflogenheiten und schafft so das neue Hippie-Ideal für viele überarbeitete und Beauty-erschöpfte Mainstreambürger. Aus dieser Haltung rührt vermutlich auch die religiöse Anlehnung des Dudeismus an den Taoismus (nicht nur weil der Kreis so schön an eine Bowlingkugel erinnert). Und in meinem stressigen Alltag merke ich unterschwellig des öfteren, dass ich Lust bekomme, mich eifnach mal mit einem White Russian aufs Sofa zu setzen und als Dude zu chillen (so wie jetzt gerade).

Ob man das ganze deshalb gleich eine Religion nennen, Priester ordinieren und Amtshandlungen ausüben muss mag strittig sein, aber ich finde sowohl den Film wie auch die Website (bei aller krischen Distanz gegen bestimmte Aussagen) durchaus amüsant und weiterbringend.
Und nicht zu unrecht wird in der Aufzählung großer dudeism-Vertreter auch Jesus Christus genannt, der ja letztlich auch zu einem entspannten und versöhnten Leben aufgerufen hat. Nicht unbedingt zum faulen fäkalsprachigen Drogenkonsum, aber zu einer dudeischen Gelassenheit gegenüber bestimmten Zwängen der Welt, die uns gefangen nehmen und zu immer mehr Arbeit und Leistung ohne Rücksicht auf unseren Körper und Geist verleiten wollen.
In diesen Sinne: Prost!

Freitag, Oktober 31, 2008

Theodizeefrage

Theos dicker Zee hat damit zu tun, dass ihm jemand auf die Füße getreten ist. Und das ist doch furchtbar ungerecht, oder? Wie kann es sein, dass so etwas ungerechtes passiert, wo doch angeblich ein liebender Gott über uns wacht?

In einer Vorlesung an der Uni haben wir vor kurzem über die Theodizeefrage nachgedacht. Wie kann es bei all dem Leid in der Welt einen liebenden Gott geben?
Schon der Philosoph Epikur hat das vor zweiainhalbtausend Jahren diskutiert. Er sagt, ein Gott muss allmächtig sein, sonst wäre er ein Mensch und er muss barmherzig sein, sonst wäre er ein Teufel. Nun gibt es aber ungerechtfertigtes Leid in der Welt, was bedeutet...
a) Gott ist nicht allmächtig. Er will uns zwar helfen, kann es aber aus irgendwelchen Gründen nicht.
b) Gott ist nicht barmherzig. Er könnte uns helfen, möchte aber garnicht, dass es uns gut geht.
c) Gott ist weder allmächtig noch barmherzig. Er kann uns nicht helfen, interessiert sich auch garnicht dafür, wie es uns geht.
d) Gott ist allmächtig und barmherzig. Er kann uns helfen, will es auch. Warum tut er es dann nicht?

Die ersten drei Antworten würden zu einer atheistischen Position führen, dass Gott letztlich kein Gott wäre. Die vierte Antwort führte in der Religionsgeschichte oft zu agnostischen Positionen nach dem Motto "Die Götter sind viel zu sehr mit sich selber beschäftigt, um unsere Probleme zu lösen".

In der Bibel wird das Problem sehr ausführlich im Buch Hiob diskutiert. Dort wird ein reicher gottesfürchtiger Mann vorgestellt, der trotz eines guten Lebens in kurzer Zeit, seinen Besitz, seine Familie und seine Gesundheit verliert. Trotzdem hält er nach jedem Schicksalsschlag an Gott fest. Seine Freunde versuchen ihn davon abzubringen und ihm gute Ratschläge zu geben, aber Hiob sagt "Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen. Gepriesen sei der Name des Herrn!".
Er schaut nicht aus seiner momentanen Leidensphase auf Gott, der scheinbar ungerecht ist, sondern sieht sein Leben aus Gottes Perspektive. Und am Ende des Buches behält er recht. Gott begegnet ihm persönlich, öffnet ihm die Augen für die Größe und Komplexität der Schöpfung und die Begrenzheit des menschlichen Verstandes in dem allen. Und Hiob wird für sein Vertrauen belohnt.

Das beantwortet die Frage noch nicht, warum das Leid in der Welt ist. In der konstruierten Hiobsgeschichte ist eine Wette zwischen Gott und Satan der Ursprung für Hiobs Leid. Aber da wir im Allgemeinen nicht viel von Gottes Welt wissen, können wir darüber nur spekulieren.
Die christliche Antwort auf das Dilemma warum Gott nix tut, wenn er doch kann und will lautet "Freiheit".
Gott hat sich aus Barmherzigkeit dafür entschieden, dem Menschen einen freien Willen zu geben. Sicher hätte der allmächtige Gott auch Marionetten züchten können, die genau das tun, was er ihnen befiehlt. Aber er hat sich entschlossen, dass Menschen sich frei entscheiden können, Gutes und Bösen zu tun.
Ich bete und behaupte dass ich beim Hören auf Gott auch oft Tipps bekomme, wie ich bestimmte Entscheidungen sinnvoll fällen kann oder was aus Gottes Berspektive gerade dran ist. Von daher bleibe ich nicht allein in dieser komplexen Welt. Aber ich bin dadurch immer noch frei. Ich kann tun und lassen, was ich möchte.
Gott gibt den Menschen diese Möglichkeit, weil er barmherzig ist und uns in seiner Liebe die Freiheit zugesteht, auch Fehler machen zu dürfen. Er bleibt trotzdem allmächtig und immer wieder erlebe ich, dass in Situationen in denen ich eine falsche Entscheidung getroffen hätte, äußere Umstände mich zur spontanen Planänderung bringen und ich im Nachhinein merke, dass es so viel besser war.

Das beantwortet noch nicht alle Fragen, aber es hilft mit dem Leid in der Welt umzugehen und das, was ich nicht beantworten kann getrost bei Gott abzugeben :-)

Montag, Oktober 20, 2008

yasni - Personensuche im Internet

Wer bist du im Internet?

Da gibt es dein Second Life Profil, was deinen virtuellen Charakter stilisiert, deinen Chatter-Nickname und die Einträge, die du auf diversen Foren und in Communities machst. bist du immer der gleiche oder zeigst du jeweilst spezielle Charakterzüge?

An sich habe ich mir vorgenommen, immer ehrlich zu dem zu stehen, wer und wie ich bin. Ich bin ein technikbesessener, kreativer und manchmal etwas überarbeiteter Christ, der seinen Glauben, seine Arbeit und seine Ideen im Internet postuliert und so versucht mit anderen in Kontakt zu kommen bzw die Welt etwas schöner zu machen.
Und doch setze ichnatürlich bei StudiVZ ganz andere Akzente als bei Xing, gebe mich im Gemeindekonzept online anders als unter Informatikern. Aber eben so, dass ich theoretisch immer auch zu der anderen Seite stehen könnte.

Von daher war ich auch sehr beruhigt, als ich die Personensuchmaschine yasni entdeckt habe und dort kein allzu schlimmes Bild meiner Onlineaktivitäten gezeichnet wurde. So soll es sein und zu der Vielfals dort kann ich genauso stehen wie zu den vielen google-Treffern zu meinem Namen. Vielleicht gibt es ja so auch den ein oder anderen Querverweis, der Menschen auf Seiten aufmerksam macht, die sie an mir noch nciht kannten. Und dann hioffe ich auf gute Gespräche, weil ich generell ja gerne spreche, auch über mich :-)

Was steht über dich? Schaumal nach! Ich hab mir zur Regel gemacht, alle paar Wochen google und seit heute auch yasni zu befragen, was potentielle Kunden, Freunde, Arbeitgeber oder Tanzpartner über mich finden würden.

Und was steht über dich im Internet?

www.google.de
www.yasni.de

Freitag, September 12, 2008

sing und tanz und sei glücklich...

As seen on: http://schwarzacker.blogspot.com/2008/09/ohrwurm-der-proklamation.html

Ungewohnt kurz, unreflektiert und platt ist dieser Eintrag...
Aber da auch mich dieses Lied begeistert und ich den Hype, den es in der virtuellen Gesellschaft ausgelöst hat, noch nciht überblicke, poste auch ich es nochmal, um dem Video zu ewigem Erfolg zu verhelfen und das Leben ein wenig schöner zu machen :-)

Denk dran, jede Zelle auch deines Körpers kann glücklich sein, wenn du nur willst, singst und tanzt!
Ob wir das bei der Tanz-Freizeit im November auch einbauen sollten? Erstmal wird der Sound mein neuer Weckton am Handy, damit der Tag gleich gut anfängt...

LG Karsten

www.youtube.com/watch?v=ZTjyRu88PRE

Mittwoch, September 03, 2008

Tanz-Freizeit

Seit heute ist meine neue Website online: www.tanz-freizeit.de

Ich weiß, die anderen sollte ich auch mal gründlich neu designen, aber primär geht es mir um Inhaltsweitergabe und nur sekundär um Ästhetik. Deshalb hat da snoch ein paar Wochen Zeit ;-)

Die Sache mit der Tanzfreizeit ist übrigens ein Projekt, das ich gemeinsam mit Fossi Bäumer vom EC organisiere. Wir sind mit bis zu 20 Paaren zu Gast im Knüll-House und können dort ein WE lang ganz entspannt vom Alltag entspannen und quasi nebenbei in 6 kurzweiligen Einheiten Grundlagen des Gesellschaftstanzes lernen. Walzer, Salsa, ChaCha und Diskofox können auch schon bald zu deinen Lieblingstänzen gehören. Und drumherum wird einiges an Showprogramm, geistlicher Kontemplation und guter Verpflegung geboten.
Die Plätze sind begrenzt, also melde dich schnell an (am Besten paarweise), solange es noch freie Plätze gibt!

LG Karsten
www.tanz-freizeit.de

Samstag, Juli 19, 2008

Im Auftrag Da Vincis...

Wow, gesternw ar Videoabend bei mir. Aus 18 DVDs haben wir basisdemokratisch 2 Filme ausgesucht (und zwischendurch über eine geile BBC-Tier-Olympiade gestaunt):
- DaVinciCode
- Im Auftrag des Teufels

Man könnte das Zufall nennen, aber ich fand sie irgendwie total passend und aufeinander aufbauend, auch wenn sie total unterschiedlich gemacht sind.

Im DaVinciCode (dt.: Sakrileg) suchen ein Symbologe und eine Kryptographin nach dem Heiligen Gral und versuchen so nachzuweisen, dass Jesus ein Kind mit Maria gezeugt hat dessen Blutsline man durch die Geschichte in Geheimbünden bis heute verfolgen kann. Die Aussage des Filmes (stärker noch im Buch!): Geschichte wie wir sie kennen ist manipuliert. Die Kirche vertuscht großes Unrecht um ihre Macht zu erhalten. Der Staat ist irgendwie auch korrupt und involviert und das ganze Leben gilt es irgendwie mystisch symbolisch zu deuten.

Bei "Im Auftrag des Teufels" versucht ein Anwalt seinen Job zu machen indem er skrupellos jeden Fall vertritt und zum Erfolg führt, selbst wenn er von der Schuld seines Klienten überzeugt ist. Ruhm, Erfolg und der Duft der Großstadt lassen ihn seine kirchliche Prägung vergessen und erst als er durch Intriegen alles zu verlieren droht, wird ihm bewusst, worauf er sich eingelassen hat. Es geht letztlich um die Frage der freien Entscheidung das Gute oder das Böse zu tun und wie unterschwellig uns der Teufel oft das Böse so schmackhaft serviert, dass die freie Wahl für das Falsche garnicht so schwer fällt.

Was verbindet die beiden Filme jetzt? Ich weiß es nicht genau. Ich weiß nur, dass ich heute Nacht irgendwie angesprochen war und mir dachte: Ja, so ist es oft auch bei mir. Alles zu hinterfragen, anzweifeln und kritisieren ist gutes wissenschaftliches Vorgehen. Aber ohne das Vertrauen in den erlebten Glauben (Stichwort "Brunnenerlebnis") führt es nicht zum Ziel. Und ohne gelebte Beziehung zu Gott - quasi virtuell in Babylon lebens - wird schnell "Eitelkeit meine Lieblingssünde" und tut dann ihr übriges um mich zu kontrollieren.
Soviel nur meine unreflektierten Gedanken und das Resümee: Ich sollte öfters solche Videoabende machen :-)

Freitag, Juli 04, 2008

Kurze Info zum zehnten Juli 2008

Mittlerweile hab ich es geschafft, meine Sommerrundmail zu schreiben. Kürzer als sonst, aber vielleicht ist das garnicht so schlecht ;-)

Hier nun also der angepasste Geburtstagseinladungstext (der übrigens nicht nur für die gilt, die eine persönliche Mail bekommen haben, sondern für alle, die gerne mit mir meinen Geburtstag in ruhiger entspannter Atmosphäre feiern wollen und sich am Bring&Share beteiligen):

Das wichtigste ganz am Anfang: Ich werde älter (noch keine dreißig, aber fast…) und das gedenke ich bewusst zu tun. Weil wir vor kurzem erst eine größere WG-Party hatten, plane ich zwar keine große Fete und werde aufgrund zeitlicher Eingeschränktheit einfach dieses Jahr nicht viel vorbereiten, aber für Leute, die trotzdem mit mir feiern wollen, werde ich mich an meinem Geburtstag (10.Juli) in der Wettergasse 42 zur Verfügung halten.

Vormittags planen wir ab 10.07 Uhr (Idee von Steffen (der garnicht da sein wird)) bei mir zu brunchen und nachmittags gegen 15 Uhr im Schloßpark zu picknicken, wenn das Wetter mitspielt (sonst auch zu Hause). Bring doch bitte mit, was man dazu so mitbringen kann (z.B. Etwas zu Essen, Trinken, Sitzgelegenheiten und/oder Spiele für gute Unterhaltung). Solltest du gerne Geschenke weitergeben, schau mal auf meinem Amazon-Wunschzettel vorbei oder frag mich nochmal nach dem Stichwort Sporttasche, Israelgeeignete Kleidung bzw. Videobeamer. Wenn du dir nicht sicher bist, was genau Sache ist, ruf einfach kurz an, dann gibt’s persönliche Telefonberatung :-)

Wenn du noch im Prüfungsstress oder schon im Urlaub bist oder aus anderen Gründen nicht kommen kannst bzw. so kurzfristig keinen Termin mehr frei hast, ist das verständlich. Dann feiern wir gerne ein andermal zusammen. Trotzdem wäre eine kurze Rückmeldung vor dem 9.Juli 20.08 Uhr (Idee von Karina (die garnicht da sein wird)) hilfreich.

Donnerstag, Mai 15, 2008

Von Himmelfahrt bis Fronleichnam...

Der Wortwitz zur Jahreszeit: "Ich war dir den Ball zu und du...?" - Pfingsten! :-)
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Nachdem ich mir zu Weihnachten und Ostern schon kreative, meditative und sonstive Gedanken gemacht habe, wie man als Bürger des 21. Jahrhunderts im teils säkularisiert-liberalen, teils christlich-konservativen Europa voll frommer Gotteserfahrung und doch angezogen von postmodernem Lebenswandel seinen Glauben und Alltag in Einklang bringen kann, denke ich heuer über Pfingsten und die Feierlichekiten drumherum nach.
Himmelfahrt - gebe ich ehrlich zu - hab ich dieses Jahr etwas übergangen (Nicht nur aber auch weil es durch den 1.Mai und das Christival überbelegt war...). Irgendwie hab ich das Gefühl, gibt es an diesem Feiertag keine christlichen Traditionen. Sicher, es gibt in der Woche ein passendes Thema für die Sonntagspredigt und man kann lautstark protestieren, wenn jemand vom Vatertag redet oder ein Himmelfahrtskommando mit Bier und Bollerwagen startet. Man kann sogar harmonisieren und vom Vatertag Jesu reden, aber außer schlauen Sprüchen fällt mir da keine sinnvolle Liturgie ein. Vielleicht auch deswegen, weil ich selber lieber mit Bier und Bollerwagen durch die Frühlingssonne wandere als schlau zu reden? Vielleicht haben sich Christen auch deshalb nie so um diesen Feiertag gekümmert, weil er ja einen Abschied markiert, ein weg-gehen und warten auf das was noch kommt.
Trotzdem finde ich es wichtig, diesen Tag bewusst als einen christlichen Feiertag zu gestalten. Vielleicht kommt mir ja bis nächstes Jahr eine gute Idee, wie man eine Wanderungspredigt über den Schöpfer der Natur, seinen Sohn und dessen Heimkehr zum Vater, wo es noch perfekter ist als an der tollsten Grillhütte oder einen spontanen Relax-He'll-be-back-Input ganz unverkrampft einbauen kann, um über die relevanten Themen dieser Welt ins Gespräch zu kommen. Vielleicht ist es aber auch manchmal gut, nicht nur nachdenken und verstehen zu wollen, sondern einfach zu akzeptieren, dass Gott uns Zeiten der Freude und des fröhlichen Feierns gönnt, während wir auf die Wiederkunft Jesu warten, der uns seit fast 2000 Jahren einen Ort vorbereitet, wo wir mit ihm die Ewigkeit verbringen können.

Nunja, aber eigentlich wollte ich ja was zu Pfingsten schreiben, der Tag an dem Jesus sein Versprechen eingelöst hat und den Heiligen Geist auf die Erde geschickt hat, ganz deutlich spürbar und seitdem verfügbar für jeden, der sich mit Gottes Liebe identifiziert und auf ihn vertraut. Der "Geburtstag der Kirche" wird das Fest auch oft genannt, weil der Geist Gottes die Kirche baut und an diesem Tag auch zum ersten Mal (abgesehen von den Predigten und Speisewundern Jesu mit mehreren tausend Eventpilgerern) die Mengen einer amerikanischen Mega-Church erreicht wurden. Von diesem Tag an waren die verstörten Jünger auf einmal mutig und bekannten ihren Glauben so deutlich, dass alle Welt es verstand und bei vielen der Funke übersprang. Einheit und Freude sind daher Kennzeichen dieses Festtags, irgendwie aber auch internationale Verständigung, Mission und Geistesgaben.

In Marburg feiern wir den Pfingstmontag traditionell mit einem ökomenischen Open-Air-Gottesdienst auf der Schlossparkbühne. Dort kommen Christen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinden zusammen um sich gemeinsam an die Einheit der Christen, an die Gaben des Geistes und an die Verantwortung für die Gesellschaft zu erinnern. Nicht eingeschlossen hinter Kirchenmauern, sondern ganz nah bei den Menschen sollen die Chrsten sein und so von der Liebe Gottes begeistert, dass andere auch motiviert werden. Diese letzte Komponente fehlt den Marburger Gottesdiensten oft noch. Der Posaunenchor gibt zwar sein Bestes, bleibt aber eben hinter der typischen Partymusik in punkto Freude weit zurück und auch das anschließende Kaffeetrinken im Schlosspark ist gut und wichtig, aber nicht so ausgelassen wie das Stadtfest im Juli an gleicher Stelle.
Über die Freude aufgrund von übermäßigen Alkoholkonsums kann man natürlich streiten, gerade das wurde aber den Christen am ersten Pfingstfest vorgeworfen, dass sie sich verhalten als wären sie betrunken. Von daher sollte unsere Freude sich auch an einer klasse Sommerparty messen lassen.
Wenn nicht der Graben zwischen Beachparty und Lobpreis so groß wäre, würde ich es ja gerne einmal ausprobieren, eine geistliche Party mit innigem Gotteslob, ganzheitlichen Geisterfahrungen und ausgelassener Freude am Pfingswochenende zu zelebrieren. Denn auch das kann die Gesellschaft prägen, ganz ohne große Worte :-)

So, nächste Woche ist Fronleichnam, "Happy Kadaver", wie der Volksmund schmunzelnderweise sagt und ich muss gestehen, dass ich mit diesem Feiertag wieder nicht so viel anfangen kann. Frei = Freu, aber warum und wozu? Vermutlich werde ich einfach mal ausschlafen und mich von den Feiertagen der letzten Zeit erholen. Denn auch das gebietet Jesus seinen Jüngern nach einem anstrengenden Auftrag: "Ruhet ein wenig" (Mk 6,31)...

Montag, April 21, 2008

Gottesdiensttheorie I

Beim Aufräumen hab ich grad einen Notiz-Zettel von einem Brainstorming letztes Jahr gefunden, den ich nirgens einordnen kann. Also dachte ich mir, ich blogge ihn einfach ;-)

Ein Gottesdienst besteht aus 4 Aspekten, die je nach Stil, Hintergrund, Zielgruppe und Struktur unterschiedlich stark vorkommen:
  1. Verkündigung (z.B. Predigt, Lied, Medien)
  2. Lobpreis (z.B. Lied, Gebet, Psalm)
  3. Bekenntnis (z.B. Lied, Formel, Zeugnis)
  4. Gemeinschaft (z.B. Info, Aktion, Austausch, Zeugnis)

Jeder dieser 4 Bereiche sollte in jedem Gottesdiesnt vorkommen ohne dass sie als Blöcke erkennbar sein müssen. Intuitiv wird es auffallen, wenn ein Aspekt über lngere Zeit vernachlässigt oder ausgeblendet wird, im einzelnen Gottesdienst kann man jedoch bewusst einzelne Aspekte hervorheben.

Gottesdienste kann man in 3 Kategorien einteilen:

  1. Gästegottesdienst (Fokus auf Glaubensfernen)
  2. Gemeindegottesdienst (Fokus auf Glaubensbrüdern)
  3. Lobpreisgottesdienst (Fokus auf Glaubensstifter)

Im Gästegottesdienst wird eine einfache zentrale Verkündigung Menschen de christlichen Glauben und das Gemeindeleben nahebringen. Gemeinschaft im oder nach dem Gottesdienst bietet die Möglichkeit, Freundschaften aufzubauen und sich persönlich kennenzulernen.

Im Gemeindegottesdienst kann man sich gegenseitig durch einen ausgeprägten Bekenntnisteil am Glauben teilhaben lassen und bestärken. Gemeinschaft im oder nach dem Gottesdienst bietet die Möglichkeit, Freundschaften zu vertiefen und sich ehrlich über Freude und Leit auszutauschen.

Im Lobpreisgottesdienst steht - wie der Name schon sagt - der Lobpreis, die Anbetung Gottes im Zentrum. Mit ihm nimmt man Kontakt auf, betet ihn an und hört auf sein Reden. Gemeinschaft im oder nach dem Gottesdienst bietet die Möglichkeit, Offenbarungen weiterzugeben und die Freude zu teilen.

Das sind natürlich nur grobe Raster und keine fertigen Konzepte, aber wie ich finde gute Grundlagen auf denen man sich als Koordinator Gedanken machen kann, welche Art Gottesdienst man gerade organisiert, bzw als Besucher, was man vermutlich zu erwarten hat.

Wenn ich demnächst nochmal Zeit habe, reflektiere ich mal verschiedene mir bekannte Gottesdienstkonzepte oder theologische Theorien an diesem Schema :-)

Dienstag, März 25, 2008

Frostern

In den letzten Tagen habe ich mir aus aktuellem Anlass verstärkt Gedanken gemacht, wie man in unseren Tagen als postmoderner Christ sinnvoll der Leiden und Auferstehung unseres Herrn gedenken kann ohne dass es aufgesetzt wirkt aber trotzdem auch mit Zeugnischarakter und reflektiertem Realitätsbezug zum weltlichen Brauchtum.

Was feiern wir eigentlich Ostern?

Passionszeit: Jesus hat 40 Tage in der Wüstegefastet, außerdem errinnert diese Zeit von Karneval bis Ostern an den Leidensweg Jesu und übt in Enthaltsamkeit. In dieser Zeit habe ich dieses Jahr bewusst auf Schokolade verzichtet. Nicht primär aus religiösen Gründen, sondern weil ich einfach mal etwas fasten wollte, was zwar weh tut, aber nicht lebensnotwendig ist. Jetzt bin ich froh, dass es vorbei ist und hab gleicheitig gelernt, dass man auch Videoabende, Kaffeerunden und Frühstückssessions ohne Schokolade überleben kann :-)

Palmsonntag: Jesus zieht in Jerusalem ein und wird als König umjubelt. Seine Herrlichkeit ist zumindest kurz sichtbar. Das könnte man durch eine Parade, Lobpreis und eine fröhliche Tanzveranstaltung feiern. Dieses Jahr hab ich zu spät darüber nachgedacht und nichts dergleichen getan. Für nächstes Jahr werde ich mir sicher noch was einfallen lassen...

Gründonnerstag: Jesus setzt alles daran, Gemeinschaft mit seinen Jüngern zu haben. Er feiert das letzte Abendmahl, wird verraten und im Garten Getsemane festgenommen. Als Erinnerung daran haben wir in der Uferkirche ein besinnliches abendmahl gefeiert und hinterher mit ein paar Freunden Gemeinschaft beim Billard und bei afrikanischem Essen (fast israelisch und als Connection zu meinem Bruder in Liberia) den Abend ausklingen lassen.

Karfreitag: Jesu Prozess, Tod, Grablegung. Ein Tag des Trauerns und der Besinnung. Jesus hat alles gegeben und ist durch den Tod gegangen ohne seine göttliche Macht zu nutzen. Das möchte ich nicht einfach übergehen, sondern bewusst wahrnehmen.

Ostersamstag: Ist es Karsamstag oder Ostersamstag? Bedenken wir den Tod Christi oder freuen wir uns über die bevorstehende Auferstehung? Freude oder Trauer, Party oder Besinnung, wie geht es weiter? Ich weiss es nicht. Und ich glaube, das trifft auch am ehesten auf die Situation der Jünger am ersten Osterwochenende zu. Sie wussten auch nicht, was sie tun sollten und wie es weiter geht. Von daher ist so ein Tag des Zweifelns und der Ungewissheit durchaus sinnvoll...

Ostersonntag: Der Herr ist auferstanden! Und die Freude der Auferstehung kann diesen Tag besonders prägen. Das Grab ist leer und wer auf Jesus vertraut kann sich freuen und das Licht der Welt weitergeben an die Menschen, die den eignetlichen Sinn von Ostern vor lauter Eiern und Hasen vergessen haben.
Wie viele Christen habe ich eine Osternacht zum Sonnenaufgang genossen, nach dem Osterfrühstück den Familiengottesdienst in der Uferkirche genossen und danach den Tag mit meiner Familie verbracht.

Ostermontag: Was feiern wir eignetlich am Ostermontag? Jesus ist Sonntag auferstanden und nacheinander noch bis zum Himmelfahrtsfest diversen Jüngergruppen erscheidnen, um seine "letzten Worte" weiterzugeben. Von daher kenne ich keinen theologischen Grund für diesen Feiertag. Aber einen geistlcihen Grund gibt es doch. Denn das wichtigste Fest des ganzen Kirchenjahres und der ganzen Weltgeschichte hat einen zweiten Feiertag verdient. Dadurch wird der Wert deutlich, den Ostern für uns hat und es tut gut, einen Tag der Entspannung und Gemeinschaft zu haben, um die OSterfreude wirklich geniessen zu können ohne sich gleich auf den Alltag einstellen zu müssen. Von daher habe ich den Ostermontag dieses Jahr ganz harmonisch und kreativ genossen mit Ausschlafen, guten Gesprächen, einem Videointerview und lustigem Schoko-Osterhasenjagen inklusive anschliessendem Schokoladenfondue, um entgültig die Fastenzeit zu beenden ;-)

Insgesamt bin ich echt glücklich über diese Ostertage. Zum einen,w eil ich mit vielen tollen LEuten Zeit verbringen konnte und zum anderen, weil ich ganz bewusst den Weg Jesu miterleben konnte und mir wieder bewusst geworden ist, wie wunderbar Gottes Plan mit uns ist :-)

Und trotzdem kommt jetzt wieder der Alltag mit Schlafmangel, Arbeit und Kreativchaos. Aber das gehöhrt wohl auch dazu, um die nächsten Feiertage wieder bewusst wahrnehmen und geniessen zu können :-)

Sonntag, März 02, 2008

Gottes Räume

"Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen - wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe?" (1.Könige 8,27)

Die Losung von heute bringt mich zum Nachdenken. Salomo, der große und weise König Israels hat umgesetzt, was schon sein Vater David geplant hatte. Er hat neben dem prunkvollen Palast und den sicheren Mauern und Anlagen Jerusalems ein ganz besonderes Haus gebaut. Kapitelweise kann man die Konstruktionspläne nachlesen, welche Rohstoffe importiert wurden, wie die einzelnen Abschnitte und Räume geplant und umgesetzt wurden. Die besten Bauläute wurden engagiert, um das wohl prächtigste Bauwerk zu errichten, was "State of the Art" war. Denn Gott verdient nicht weniger als das Beste, was wir ihm bieten können. Das wusste König Salomo und das hat sich seit dem auch nicht geändert.

Bis zum heutigen Tag kann man an christlichen Kirchen (sicher auch an anderen Gotteshäusern, da kenn ich mcih aber nicht so aus...) unterschiedlicher Zeit sehen, wie die Bauherren das zu ihrer Zeit mögliche getan haben, um Gott das bombastischte und wunderbarste Gebäude zu errichten. Teilweise ging es vielleicht um weltliche Macht bzw Konkurrenz zu staatlichem Prunk, aber sicherlich immer auch um einen geeigneten Ort, um dem zu begegnen, der viel zu groß ist, um sich in einem einfachen Haus einfangen zu lassen.

Auch heute noch versuchen wir besondere Maßstäbe an Kirchengebäude zu setzen. Stile gibt es viele. Aber immer soll es etwas besonderes sein. Besonders ehrwürdig, architektonisch eindrucksvoll, besonders einfach oder technisch besonders gut ausgestattet. Je nach geistlicher Strömung ist das Besondere mitunter sehr unterschiedlich.

Manchmal habe ich dabei den Eindruck, dass wir die Erkenntnis aus dem alttestamentlichen Zitat oben aus dem Blick verloren haben. Wenn schon der Himmel und aller Himmel Himmel (=alles, was wir uns vorstellen können) Gott nicht fassen kann und auch nicht der prunkvolle Tempel Salomos, dann kann es auch nicht unsere Kirche (egal ob es der Kölner Dom, das WillowCreek-Auditorium oder die Glaskathedrale in Kalifornien ist). Auch nicht das Stadion, das wir vielleicht mit Christen füllen können, die dort Gott loben, ohne dabei aber Gott in dieses Stadion pressen zu können und selbst der katholische Weltjugendtag mit über einer Million Menschen auf offenem Feld kann Gott kein Haus bieten indem er einzig gegenwärtig wäre.

Es ist gut, solche Orte zu schaffen, wo Menschen sich versammeln, sich und Gott begegnen können. Es ist gut, sich Gedanken zu machen, wie man solche Orte gestalten kann, damit Begegnung möglich wird, damit ein Teil der Herrlichkeit und Güte Gottes sichtbar und erfahrbar wird. Wichtig ist aber vor Allem, sich immer wieder bewusst zu machen, dass Gott in allem unverfügbar bleibt, größer als all unsere Ideen, Bauwerke und Konzepte.
Ihm begegnen können wir deshalb nicht nur in diesen heiligen Hallen, sondern auch im stillen Kämmerlein, in der chinesischen Kellergemeinde, im Flugzeug, auf der Technoparty, im Kino, oder der Uni. Oder im Internet. Denn letztlich ist der virtuelle Raum der vernetzten Computerwelt vielleicht noch die größtmögliche Annäherung an Gottes Größe und das Wesen seiner Omnipräsenz. Ohne den Anspruch, Gott auf diesen Raum begrenzen zu wollen.
Denn überall gilt: Gott ist gegenwärtig, lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten.

Montag, Januar 14, 2008

Karstens Reisebericht, Teneriffa (2)

Hier der zweite Teil des Reiseberichts. Ich gebe zu, ein echtes Web-Tagebuch wuerde man taeglich in kurzen Abschnitten veroffentlichen, aber dann waere es kein Urlaub gewesen. Es tat mir echt mal gut, nicht jeden Tag am PC zu sitzen, auch wenn ich das Internet-Cafe an Board der Africa Mercy ab und zu genutzt hab, um in Kontakt mit der Welt zu bleiben :-)

...

Mi 9.1.

Kleine Wanderung: von 0 auf 1000 Meter in 4 Stunden. Das war echt toll! Christian hatte einen Tag frei und wir sind morgens in Naehe des Hafens losgelaufen um einen der tollen Gipfel hier in der Naehe zu erklimmen. Obwohl Santa Cruz als Hauptstadt der Insel ueber 250000 Einwohner hat, ist man in wenigen Minuten ganz weit draussen in der Wildnis. So konnten wir bei diesem Trip Ziegen, (wilde?) Esel, Salamander und Rebhuehner aus naechster Naehe betrachten, frische Kaktusfeigen pfluecken und essen (Achtung, fiese Stachel!) und durch einen unbeabsichtigten Umweg sind wir sogar noch an einem Stausee vorbeigekommen. Zwischendurch immer wieder tolle Aussichten auf die Steppe, einzelne Palmengewaechse, Kakteen und Disteln in der trockenen Gegend am Meer. Dann ab ca. 700 Metern wechselt die Vegetation ploetzlich und man steht nach felsigem Aufstieg inmitten eines immergruenen Lorbeerwaldes. Faszinierend, auf einmal deutlich kuehler und feuchter (die Baeume nehmen das Wasser aus den Wolken direkt auf) und unglaublich schoener und beruigender Geruch.
Auf etwa 1000 m waren wir dann am Gipfel, der leider in Wolken lag (waerend der untere Teil immer noch von Sonnenstrahlen verwoehnt wurde...). Totzdem war der Ausblick und die korperliche Erfahrung (mit 2 Tage Muskelkater) es allemal wert!
Abends habe ich dann die Chance ergriffen, einen neuen amerikanischen Tanzstil zu lernen: „Cerock“. Ein wenig ungewohnt, weil es scheinbar egal ist, ob man mit links oder rechts anfaengt und wenige feste Ablaufe aneinander gereiht werden, aber dafuer kann man relativ schnell zahlreiche Figuren lernen und dank mehrfachem Partnerwechsel auch unterschiedliche Fuehrungsstile entwickeln.

Do 10.1.

Ein Relaxtag nach der anstrengenden Bergtour: Ausschlafen, ein wenig Lesen und Shopping in der Castillo Str. (Haupteinkaufsmeile der Stadt mit kleinen Shops, grossen Kaufhaeusern und zahlreichen Snackbars). Scheinbar ist es hier normal, dass man spaet aufsteht, gegen 10 Uhr fruehstueckt, gegen 14 Uhr ein belegtes Baguette ("Bocadillo" ca. 2 EUR) zu sich nimmt, und abends nach 20 Uhr die Hauptmahlzeit konsumiert. Denn vor 13 Uhr bekommt man in manchen Lokalen gar kein Essen serviert und die typischen Restaurants oeffnen abends teilweise erst um 20.30 Uhr. Irgendwie kommt das meinem Lebensstil sehr entgegen, wenn ich auch kurzfristig etwas verwirrt war, nachmittags von 13-17 Uhr in den meisten Geschaeften aufgrund von Siesta nix kaufen zu koennen...
Naja, abends dann Umzug aufs Schiff (Sechsbettkabine mit kleiner Nasszelle, die ich alleine nutzen konnte, was durchaus angenehm war. Aber mit mehr als 3 Leuten wuerde ich es da nicht lange aushalten, echt eng!). Und quasi als Welcome-Party fand wie jeden Abend das Community-Meeting statt. eine Mischung aus Gottesdienst und Info-Veranstaltung fuer die Crew mit Icecream und Socialising hinterher.

Fr 11.1.

Der Nordosten ist kein typishces Touristengebiet. Deshalb spricht hier auch keiner Englisch oder Deutsch und man muss sich mit Haenden, Fuessen und ein paar Brocken spanisch durchkaempfen. Deshalb hatte ich einen Tag auch eine Fahrt in die Touristengebiete im Sueden eingeplant: Las Americas, Strand und Schaufensterbummel. Da gibt es wirklich gute Unterhaltung, zahlreiche Bars, Shops und alles mindestens dreisprachig. PR-Leute versuchen einen bei jedem Restaurant zu ueberzeugen, dass es das Beste ueberhaupt waere und wenn man junge Leute treffen will, ist man hier genau richtig.
Ein Grund, warum ich genau da war, ist auch die "Living Room"-Arbeit von Grassroots, von denen ich vor Jahren gehoert hatte und die ich hier vor Ort besuchen konnte. Echt spannend, wie diese Christen mitten in der Partyzentrale (ueber Burger King) einen Ort geshaffen haben, an dem die zahlreichen jungen Briten, die hierher kommen, um aus dem Alltag auszubrechen, zu arbeiten und ein anderes Leben zu finden, ganz entspannt echte Freundschaften und christliche Antworten auf Lebensfragen finden koennen. Ein faszinierend einfaches Konzept, was mich fuer meine Cocktailbar-Arbeit sehr inspiriert hat!
Abends - back on the ship - dann ein Poker-Turnier (ohne Geld natuerlich). Mein erstes Mal Texas Hold'em und gleich zweimal gewonnen (nach 2 Stunden spannendem Endkampf mit meinem Bruder...). Ich glaube, ich mag das Spiel...
Uebrigens bin ich jetzt auch Mitglied bei Facebook, weil man da online mit anderen Mitgliedern pokern kann.



Sa 12.1.

Samstag hatte sich eine deutsche Tour (von der Gemeinde aus Puerto de la Cruz) am Schiff angekuendigt. Dafuer haben Christian und ich auch das Starbucks-Cafe geoeffnet und zahlreiche Kaffeespezialitaeten zubereitet nachdem die Besucher ca. 2 Stunden lang die verschiedenen Teile des Schiffs begutachtet hatten. Hinterher hat uns eine Amerikanerin mit Instant-Mac&Cheese verwoehnt (ist frisch wohl doch leckerer...) und wir haben mit ein paar Leuten einen Trip zum legendaeren Drachenbaum in Icod de los Vinos gemacht. Inklusive Wein- und Likoerverkostung, Ziegenkaese, einem Felsen-Strandbadbereich an der Kueste von Garachico und einem lecker Abendbuffet auf dem Heimweg.



So 13.1.

Wanderung zum "Dach Spaniens", wie der Teide (>3700m), der hoechste Berg der Insel und ganz Spaniens genannt wird. Laut Wanderfuehrer dauert eine Besteigung (startet auf 2300 m und geht 1500m hoch) ca. 5h und der Abstieg ca. 3h. Durch herrliche Vulkanartige Wuestenfelder, Steilhaenge und Schneefelder (!) sind wir bei strahlendem Sonnenschein auch recht gut hoch gekommen. Allerdings musste ich beim letzten Stuck feststellen, dass mir die geringe Sauerstoffkonzentration auf dieser Hoehe garnicht gut bekommt. so haben akute Kopfschmerzen, Magenprobleme und Schwindelanfaelle mich nach kurzer Pause veranlasst, die anderen alleine zurueck laufen zu lassen und statt dessen mit der Gondel zurueck zu fahren (was wohl der Weg ist, wie die meisten Touristen hier hoch kommen...). Das war wohl die richtige Entscheidung, denn der rutschige Weg ueber Eis, Felsen und Abhange waere in meinem Zustand leicht zum letzten Abstieg geworden und selbst nach der Tahlfahrt hat es noch eine halbe Stunde gedauert, bis sich mein Kreislauf wieder an ein normales Leben gewoehnt hat. Im Tal haben wir spannenderweise per Zufall (falls es sowas gibt) eine ehemalige MercyShips-Mitarbeiteruin getroffen, die gerade hier Urlaub macht und uns ein Stueck mit genommen hat.
Auf dem Heimweg wollten wir in einem typisch spanischen Lokal abseits der Touristenorte etwas typisches Essen und haben gemerkt, dass es garnicht so einfach ist, wie geplant. Erst war unser Tisch shcon besetzt, dann die einzige Toilette ewig blockiert und als wir es geschafft hatten aus der spanischen Karte Gerichte zu erraten, die wir ausprobieren wollten, war die Haelfte davon gerade ausverkauft. Also haben die meisten von uns letztlich Pommes in unterschiedlichen Variationen (z.B. mit gekochten Haehnchenfleischstreifen, Ketchup und Kaese) gegessen und einen der guten frisch gepressten Saefte hier genossen.

Mo 14.1.

Nach dem anstrengenden Teideausflug (mit erstaunlich wenig Muskelkater) tut ein Tag relaxen gut! Also erstmal ausschlafen, etwas lesen, auf dem Schiff entspannen und sich mit Leuten unterhalten. Das einfache Kennen lernen und unterhalten mit unterscheidlichen Leuten habe ich echt genossen und so viel spannendes ueber die ganze Welt und die einzelnen Crewmitglieder gelernt (auch wenn ich die meisten Namen bestimmt schon wieder vergessen habe...). Abends war ich dann nach einer intensiven Mailsession (knapp 150 SPAMmails = 40 echte) noch mit einer Koreanerin shoppen. Das heisst, wir wollten fuer mich einen schwarzen Anzug kaufen, der guenstig gewesen waere, haben aber gemerkt, dass mein Korper einfach in keinen Standardanzug reinpasst. Eine Hose mit der Weite 52-54, ein Jacket mit Bauchumfang 56 und Brustumfang von mindestens 58 und hochgeschnittenen Armen fuer viel Bewegungsfreiheit haette es sein muessen und das scheint es auf dieser Insel nicht zu geben. Also muss ich wohl doch mal eins schneidern lassen... Naja, eine Hose und einen Koffer haben wir gekauft und nach langer Suche auch noch eine Kuchenbackmischung ;-)

Di 15.1.

Noch einmal frueh aufstehen, das Fruehstueck mitnehmen (6.30 - 7.30, deshalb meist ohne mich) und beim Community-Meeting um 7.45 Uhr Infos und Devotions hoeren bevor ich den Tag im Nachbarort La Laguna genossen habe. Hier gibt es ein schoenes altes Stadtviertel (vergleichbar mit der Oberstadt Marburgs nur ohne Berg, Schloss und ganz anders). Viele Infos im historischen Museum ueber spanische Architektur, die Ureinwohner der Insel, Eroberung und Entwicklung des Handels und praktische Infos im wissenschaftlichen Museum darueber, wie unser Koerper, unser Universum und alles dazwischen so funktioniert. Abend hat Christian uns dann mitgenommen in seine Lieblings-Smoothiebar, wo man aus zahlreichen Fruechten guenstige Mixereien zubereitet bekommt. Echt lecker, weil das Obst hier einfach deutlich frische ist als in Deutschland gewohnt...

Mi 16.1.

Leider schon der letzte Tag eines tollen Aufenthaltes auf der Insel. Deshalb habe ich spontan entschieden, nix grosses mehr zu planen, den Tag an Board zu geniessen, nochmal im Starbucks-Kaffee diverse Flavours zu testen, zu lesen, zu packen und Zeit mit den Menschen hier zu verbringen. Abends dann nochmal Sangria trinken und Abschied feiern in der Stadt mit einigen netten Leuten vom Schiff und eifriges Packen der Koffer fuer den Rueckflug.


Do 17.1.


7.00 Uhr Fruehstueck, 8.30 Uhr Abfahrt, 10.50 Uhr Flug
Zwischenstop auf Madeira, um ein paar Urlauber auszutauschen und Weiterflug nach Deutschland mit Ratatouille auf der Leinwand und Hähnchensnak auf dem Tablett. Leicht verspätet und ab und zu verwackelt wegen Wind, aber doch insgesamt ein angenehmer Rückflug.

Jetzt bin ich dabei, alte Mails aufzuarbeiten, mein Zimmer wieder in Ordnung zu bringen und mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass ich wohl ab Montag wieder arbeiten muss...

Schön wars...

Karstens Reisebericht, Teneriffa (1)

Hier der erste Teil meines Reiseberichtes. Ich habe 2 Wochen im Januar 2008 damit verbracht auf Teneriffa (Kanarische Insel, gehoert zu Spanien) meinen Bruder an Bord der Africa Mercy zu besuchen, das Leben an Bord und auf der Insel kennen zu lernen und vom Alltag zu entspannen. Dieser Bericht dient meiner eigenen Erinnerung, deiner Information und der weltweiter Datenproduktion ;-)


Solltest du konkrete Fragen oder Kommentare haben, koennen wir das gerne mal einen "kommentierten Diaabend" machen...


Fr 4.1.

Die Nacht vor einer Reise ist bei mir immer kurz. Als ich gegen Mitternacht heim kam, war noch viel zu tun (Rundbrief versenden, Zimmer aufraeumen, packen, Projekte abschliessen, Waesche bei meiner Family abholen weil die WG-Waschmaschine kaputt war), dass ich trotz aktivem Kurzschlaf fast den Zug um 12.35 Uhr verpasst haette. Aber weil diesmal der IC mehr verspaetung hatte als der Stadtbus konnte ich gemeinsam mit Jonas und Melli nach Heidelberg fahren, einen lecker Burger verspeisen und dann alleine weiter nach Stuttgart fahren, wo am Samstag mein Flieger starten wuerde.
Um die Fahrt zu entspannen hatte ich einen besuch bei einem Freund (Matthias) eingeplant, der professioneller Puppenspieler ist. So hatten wir gute Gespraeche ueber seinen Auftritt beim ZDF-Weihnachtsgodi, andere Projekte, die Zukunft (auch mit Mario, der zufaellig in der gleichen WG wohnt) und ein paar netten Mitgliedern der BGG, die etwa 20 min versuchten mich zu bekehren ohne auch nur ein einiges Mal zu fragen, wer ich eigentlich bin oder was ich glaube (ich hab sie einfach mal reden lassen, weil ich das Gefuehl hatte, dass sie ihre Geschichte mal jemandem erzaehlen wollten...).
Nach einem Billard und Doener-Abend wurde ich dann durch 6 DVD-Folgen „Monk“ zum Nachdenken gebracht, weil der Polizist in dieser amerikanischen TV-Serie teilweise aehnliche Situationen erlebt wie ich und auf unterhaltsame Weise Therapiesitzungen im Fernsehsessel anbietet.


Sa 5.1.

Nach einem guten Fruehstueck gings ab zum Flughafen (2 Grad und Nieselregen). Fliegen mit Condor kann ich echt empfehlen. Unkomplizierte Internetbuchung, nettes Personal, lecker Essen an Bord (soweit es eben in einem Flugzeug geht) und wir waren nach einer Folge King of Queens, dem Simpsons-Movie und ein paar Seiten Reiseinformation sogar 30 min vor der geplanten Zeit am Ziel, weil der Pilot einen guten Wind erwischt hat.


Urlaubsfotos konnte ich auch gleich aus Suedfrankreich, Spanien und Marokko machen und im oestlichen Anflug auf Teneriffa Lanzarote und Gran Canaria mitnehmen.






Mein Bruder hat mich am Flughafen abgeholt und die ca. 1 h Fahrt an der Ostkueste hat mich bei strahlendem Sonnenschein gleich an die 22 Grad Standardtemperatur gewoehnt. Nicht zu heiss, aber angenehm warm :-)

Dann ein kurzer Besuch auf dem Schiff (wo es abends zwischen 5 und 6 Essen gibt, was mir immer noch viel zu frueh erscheint...), der Check in bei Helga (einer Deutschen, die seit 40 Jahren auf Teneriffa wohnt und bei der ich die ersten 5 Naechte in einem tollen Gaestezimmer in Hafennaehe uebernachten durfte) und eine tolle Begruessungs-Show: In Spanien feiert man naemlich gerne. So zum Beispiel am 6.Januar den Dreikoenigstag (dieses Jahr war der 6.1. sowieso ein Sonntag also wurde der 7.1. kurzerhand auch zum Feiertag erklaert...) und am Vorabend gab es eine Riesen-Parade durch die Hauptstadt Santa Cruz. Familien mit bunten Fahnen am Strassenrand, froehliche Atmosphaere bei um die 20 Grad abends um 8, Weihnachtslieder aus Lautsprecherwagen, spanische Blasorchester die Jingle Bells spielen, Umzugswagen mit jeweils einem der drei Koenige (die Santa Claus in bunten Farben recht aehnlich sahen), Reiterschwadronen und Fahnentraegern gefolgt von allen moeglichen Fabelwesen. Und alle unterwegs um Bonbons zu werfen und dem Jesuskind Geschenke zu bringen... Wir haben uns hinterher noch ein nettes Cafe gesucht und haben die Massen auf den Strassen alleine bis 4 Uhr feiern lassen. Das nenne ich mal Volksfeststimmung :-)

So 6.1.

Was macht man im Urlaub als erstes? Richtig: Ausschlafen! Dann in Ruhe kochen mit Chris in der Crew Galley auf dem Schiff und ein entspannter Tag zwischen Schiff und Stadt. Abends dann mit Helga der Besuch einer deutschen Gemeinde in Puerto de la Cruz und hinterher lecker Pizza und 1-Meter-Bratwurst in einem Lokal der Altstadt. Spannend, dass es hier normal ist, dass Familien auch nach 22 Uhr noch mit kleinen Kindern durch die Stadt flanieren, Hauptmahlzeiten einnehmen und das Leben geniessen. Dafuer ist mittags von 13 bis 16 Uhr nicht viel los...




Mo 7.1.

Ich hatte eine Tasche Klamotten und eine Tasche Buecher eingepackt. Also hab ich auch zwischendurch immer wieder mal gelesen und eine intensive Lesetour durch die Hafengegend gemacht (alle 200m ein Kapitel auf einer Bank an der Promenade, dann weiter laufen und drueber nachdenken). Abends dann das Kultspiel an Bord: Sequence. Und immer wieder neue Leute kennen gelernt.







Di 8.1.

Da Christian an den meisten Tagen tagsueber von 9-17 Uhr arbeiten musste, habe ich auch diesen Tag allein einen Ausflug zum Strand im Fischerdorf St. Andres (7Km noerdlich) eingeplant. Allerdings hab ich gleich im Bus ein nettes duetsches Paar getroffen mit denen ich mich gut unterhalten konnte und neben tollem Saharasand und ruhigem Wasser auch die typischen kanarischen Schrumpfkartoffeln mit Mojo-Dip genossen habe.

Abends haben sich dann einige Crewmitglieder zum „German Talking“ versammelt. Standardsprache auf der Insel (ausserhalb der Touristengebiete) ist ja spanisch und an Bord englisch. Einige deutsche, fast deutsche oder deutsch lernende hatten so die Chance, sich mal gut zu unterhalten und Vokabeln auszutauschen.



Weitere Berichte der Wanderungen, wie ich auf 3700m fast gestorben waere und wie viel Kreativitaet es braucht, einfach nur Pommes zu bestellen dann im naechsten Reiseblog...


Montag, November 19, 2007

Karstens besinnliche Adventszeit

Kennst du das auch?
Ende Dezember sitzt man mit Plätchenallergie, Völlegefühlen und total geschafft unterm nadelnden Tannenbaum und fragt sich, wo die besinnliche Adventszeit schon wieder hin ist, warum man schon wieder nur Hektik gespürt hat und statt Liebe lieber Gutscheine verschenkt hat, um dem Intergenerationsfinanzausgleich aufrecht zu erhalten.
Weil ich das schon mehrere Jahre (trotz natürlich auch vieler toller Feiern!) am Stück so oder so ähnlich empfunden habe, bin ich dieses Jahr mal radikal in mich gegangen und hab für die vier Advents-Wochenenden bereits Anfang Januar feste Termine blockiert, um die Adventszeit richtig genießen zu können.

Mit der Zeit kamen zu diesen Terminen zwar auch andere dazu, aber am Konzept der entschleunigten Adventszeit will ich trotzdem festhalten und soweit wie möglich diese Tage gegen den Trend als Ankunftszeit sehen. Schliesslich feiern wir ja an Weihnachten, dass Gott als Jesuskind auf die Erde kommt und da darf man sich durchaus auch 4 Wochen lang in Ruhe drauf freuen :-)

Konkret hab ich mir einfach mal überlegt, was ich tun kann, um aus dem Alltag auszubrechen und den normalen Trott zu durchbrechen. Wenn du Lust hast, bei dem einen oder anderen Termin (wenn nicht anders angegeben je 15-18 Uhr) dabei zu sein, sag einfach kurz Bescheid. Dann können wir gerne zusammen diese Zeiten verbringen:
  • 25.11. 11 Uhr Skeptikergottesdienst (http://www.uferkirche.de/) & 14 Uhr Novembercafé im ChristHaus (http://www.christus-treff.org/)
  • 01.12. kreatives Kekse selberbacken (bei mir)
  • 02.12. lecker Kekse selberessen und adventliche Teeverkostung (bei mir)
  • 08.12. Ederseefreizeit bis Sonntag mittag (http://www.christus-treff.org/)
  • 09.12. Adventsbasteln: Sterne, Schachteln & dekorative Tüten (bei mir)
  • 15.12. RnR-Lehrgang (bis So mittag) und Sa 18 Uhr Turnier (Uni-Hochschulsport)
  • 16.12. entspannter Winterspaziergang und relaxtes Glühwein- und Hot-Pitu-Trinken (Schlossberg)
  • 22.12. Geschenke basteln bzw dekorativ verpacken (bei mir)
  • 23.12. interaktive Weihnachtsgeschichtenlesung bei Kaffee-Mixereien und Keksresten (bei mir)
  • 24.12. vormittags: gestressten Leuten beim Geschenke kaufen zuschauen, 16.00 Uhr: Weihnachts-Gottesdienst der Uferkirche und abends vermutlich: Offenes Haus in Wehrda (Im Grunel 7, http://www.kopjar.com/)

Soweit der Plan. Da es aber nicht um stressige Termine sondern ruhige Nachmittage geht, kann sich durchaus auch etwas ändern. Wenn du dich möglichst frühzeitig meldest, informiere ich dich gerne weiterhin :-)

Mittwoch, März 28, 2007

Sterntagebücher im TV

Oft blogge ich ja ganz untypisch für dieses Medium gleich ganze Romane oder komplette Gedankengänge, die so lang sind, dass sie keiner liest. Deshalb komme ich auch so selten dazu. Heute nun mal ein kurzer Beitrag von mir ;-)

Hab die Tage im Internet die ersten beiden Folgen einer neuen Weltraumserie
des ZDF gesehen und muss das einfach weitersagen! Ich gebe zu, an den
Humor muss man sich gewöhnen, aber ich finds sehr geil :-)
Infos: http://ijontichy.de/
online sehen: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/16/0,1872,1404048,00.html
mehr Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Ijon_Tichy:_Raumpilot

Ijon Tichy ist dabei ein krass kreativer Raumpilot der mit russischem Akzent und fast richtiger deutscher Grammatik durch die endlosen Weiten der Einbildungskraft fliegt und dabei so kuriose Abenteuer erlebt, dass man ihm nachsagt, er hätte das alles einfach im Suff erfunden. Dadurch setzt der Autor Stanisław Lem (Sterntagebücher, 1961) auf Selbstironie und zeigt, dass er ScienceFiction zwar durchaus mit philosophischem Ansatz produziert, aber nicht zu ernst nimmt und sich selber auf die Schippe nehmen kann.

Die Verfilmung für das ZDF läuft gegen Mitternacht also eher als Randerscheinung, aber durchaus als ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Stoff, der frei umgesetzt in 6 mal 15 Minuten durchaus unterhaltsam und nachdneklich zugleich sein kann.

Fragen, die ich mir (nach den ersten 2 Folgen) stelle sind z.B.:
  • Wo steuert das Leben hin, wie schaffen wir alles gleichzeitig, wer steuert eigentlich?
  • Wie wird phantasie real und was kann man technisch/philosophisch erschaffen, was noch nicht existiert?
  • Wer sagt eigentlich, dass Zeit chronologisch verläuft und es nur eine Realität gibt?
  • Warum muss die Erde das Zentrum unserer Vorstellungskraft sein?
Aus christlicher Perspektive sehe ich Gott als Schöpfer aller Kreativität, die jetzt in dem gegebenen Rahmen agieren kann. Da können wir durchaus ersetzbar, zurückspuhlbar oder unbrauchbar sein und sind trotzdem einzigartig und wertvoll. Nur eben nicht das Zentrum von allem, sondern ein kleiner Teil...

OK, bevors wieder lang wird, hör ich hier mal auf und freu mich auf nächste Woche...

Montag, Februar 19, 2007

Folgende Mail bekam ich die tage:

> Hallo Karsten!
> Darauf hat die Welt gewartet: Googlemail!
> Meld dir gleich einen Account an, leite all deine Mails dorthin
> und von dort wieder zu einem Postfach deiner Wahl…
> Das Ergebnis: 0% Spam!!
> Seit einer Woche habe ich meine Mails parallel laufen gelassen.
> Bei 1und1 kommt ständig Spam durch. Bei Google: Nichts!


Hm, diese Perfektion macht mich kritisch...

Ich frage mich ja schon länger, wer eigentlich mit welcher Absicht SPAM produziert. Adressklau kann ja nur ein Mittel sein, aber nicht der eigentliche Grund, der Werbeeffekt für angebotene Produkte ist vielfach gegen 0 tendierend und die Form vieler SPAM-Mails erinnert eher an try&error-Methoden um SPAMfilter auszutricksen als an sinnvolle Inhalte. Da aber in der Wirtschaft nichts ohne finanzielle Absicht geschieht, muss jede SPAMmail irgendwem etwas bringen. Im Zweifel demjenigen, der einen davon befreien kann... Meine Befürchtung war, dass (vgl MissionImpossible2) irgendein Gebilde versucht, ein weltweites Leid zu erzeugen, wofür man dann die perfekte Lösung bieten kann um so einen wichtigen Kommunikationsweg zu zentralisieren und ein quasi-Monopol zu errichten.
Keine Ahnung ob da jetzt schon was dran ist, aber Google hat durch seine Größe und Rechenpower eine gefährlich mächtige Stellung im Internet gewonnen. Wenn sie es jetzt schaffen mit Googlemail große Teile der Mailkommunikation durch ihre Rechner laufen zu lassen und erlaubterweise zu scannen, bekommt Google neben einem weiteren Standbein um irgendwie Werbung zu platzieren weiteren Einblick in die Privatsphäre der Nutzer...
Letztes Jahr hab ich im Westerwald schon mit einem Kollegen darüber diskutiert: So lange Google gut ist, sind alle Angebote wunderbar: kundenorientiert, kostenlos, gut zu bedienen, immer verfügbar, meist besser als die Konkurrenz.
Aber wenn Google seine Macht missbraucht und z.B. im perfekten Spamfilter (dem man so sehr vertraut, dass man irgendwann die gefilterten Mails nicht mehr alle überfliegt) alle Mails über bestimmte Themen oder mit bestimmten Aussagen zu einem Thema rausfiltert, wird es haarig.

Ich weiss, dass sind apokalyptische Wahnvorstellngen, aber wenn ich mir globale Tendenzen anschaue finde ich sie gar nicht mehr so unrealistisch. Trotzdem nutze ich weiter die Google-Dienste (z.B. blogspot, youtube, maps und Suche), bin aber skeptisch, wenn Google zu viele Bereiche unter einem Dach vereint...

Naja, ich werd mal schaun, wie sich googlemail entwickelt und überlegen, wie ich mit meinen Mails umgehe...

Liebe Grüße
Karsten

Mittwoch, Januar 17, 2007

Wer oder was interessiert dich?

Die Tatsache, dass du diesen Text liesst zeigt, dass du dich dafür interessierst. Oder dass du dich für mich interessierst. Oder dass du einfach mal sehen möchtest, was hier für ein Müll steht, um zu bestätigen, dass man es sich nicht regelmäßig durchlesen muss.
Und das stimmt. Durch die Verbreitung von Blogs, Podcasts und YouTube-ähnlichen-Systemen hat die Informationsflut im Internet derart zugenommen, dass man garnicht mehr alles wahrnehmen kann und sich zwangsläufig nicht für alles interessieren darf, wenn man nebenbei auch noch in der Realität verweilen möchte.
Und auch in der "echten Welt" gibt es dank Globalisierung, hunderten von TV-Sendern, Billigflügen und weltweitem Austausch so viele Informationen, dass man sich gar nicht über alles schlau machen kann bzw das, was man wahrnimmt, oft schnell in Vergessenheit gerät, weil es zu viel neuen Input gibt...

Schade eigentlich, denn hinter jeder Nachricht, jedem Ereignis, jedem Blog und jedem Clip stehen letztlich Menschen. Menschen wie du und ich, die einfach ihre Ansicht an die Welt weitergeben möchten, um wahrgenommen zu werden (sicher gibt es viel komplexere Gründe, warum wer was publiziert, aber das würde hier zu weit führen). Aber wie kann man diese Personen mit ihren persönlichen Beweggründen, Bedürfnissen und Begabungen ernst nehmen, ohne in der Informationsflut unterzugehen?

Seit letztem Frühjahr wohne ich in Marburgs Oberstadt, mitten im Zentrum des Samstags-Shopping-Wahnsinns. Wie mein Tag beginnt, hängt davon ab, ob ich mit Geige, Gitarre, Harfe oder Flötenchor (unter meinem Fenster) geweckt werde und ob ich mein Radio laut oder aus stelle, folgt direkt aus der Qualität der Untermahlung. Denn oft geniesse ich es, mir einfach einmal Zeit zu nehmen, mich mit einer Tasse Tee ans Fenster zu setzen und dem geschäftigen Treiben "da unten" zuzusehen. Da gibt es verliebte Pärchen, die langsam durch die Gassen schlendern, hektische Mütter, die - zwei volle Tüten in der Hand - ihre Kinder vor sich her treiben und seriöse Geschäftsleute, die mal eben "ein Eis im Stehen" einschieben, bevor das nächste Meeting wartet. Da sind die fröhlichen Kinder, die an der Treppe spielen und Touristen, die die Statue bewundern und da ist der Rastamann, der regelmäßig seine Ketten verkauft (oder zumindest ausstellt...). Manche Menschen sind offensichtlich traurig, andere Paare streiten sich und wieder andere Gruppen lassen mich lautstark und ungewollt daran teilhaben, was sie heute schon alles konsumiert haben und dass sie ja "sooo tierisch besoffen sind, wie schon lange nicht mehr".

Interessiert mich, wer unter meinem Fenster morgens, mittags oder um Mitternacht vorbeiläuft? Interessiert mich, was in Marburgs Altstadt abläuft, wenn (fast) keiner hinschaut? Interessiere ich mich für die Menschen hinter den Fassaden, hinter den coolen Sprüchen und lässigen Floskeln? Oft muss ich abschalten, ignorieren, mich auf die Arbeit konzentrieren. Aber wenn ich mir die Zeit nehme, bewusst meine Umgebung wahrzunehmen und mich ehrlich dafür zu interessieren, dann öffnet sich mein Herz und ich stehe mitten in den Situationen, die ich bis dahin nur als Zuschauer beobachtet habe. Dann kann ich beten für das, was ich nicht in der Hand habe und eingreifen da, wo ich selber helfen kann. Und dann kann ich Menschen verstehen, die vorher unverständliche Fremde waren.

Genauso habe ich gelernt, Freunde, Kollegen und Bekannte nicht nur in der primären Relation wahrzunehmen, sondern sich einfach mal Zeit für ein persönliches Gespräch zu nehmen, zuzuhören und mich in ihre Situation einzufühlen. Nicht selten erkenne ich dann, dass diese von meiner Situation garnicht so weit entfernt ist oder dass wir uns gegenseitig mit unseren unterschiedlichen Erfahrungen und Erkenntnissen bereichern können. Und letztlich kann man nur so herausfinden, was in dieser Welt wirklich relevant ist. Ist es das Erdbeeben in China (aus den Nachrichten), der neue Job von dem im Blog die Rede ist, die Mehrwertsteuererhöhung von der alle auf der Strasse reden oder die Frage nach dem eigenen Wert, die etwas leiser aber öfter gestellt wird?
Interessant ist sicher alles, aber wofür ich mich interessiere, das muss ich immer wieder neu entscheiden. Und weil ich mich nicht für alles und jeden 100% interessieren und investieren kann, muss ich auch akzeptieren, nicht alle Probleme sofort (oder zumindest noch diese Woche) lösen zu können, sondern kann vertrauen, dass in Gottes Masterplan ein Weg auch zu den Themen führt, die mich gerade nicht interessieren (können). Er versteht die Welt und irgendwann (in der Ewigkeit) werden wir sie eventuell auch rückblickend verstehen und staunen.