Was wird aus Weihnachten?
Wir feiern den Heiligen Abend (24.12.) als den Abend an dem Jesus als Baby in der Krippe geboren wurde und orientieren uns dabei an der biblischen Überlieferung von Lukas 2. Dieses Ereignis war den Gründern der Bundesrepublik Deutschland so wichtig, dass sie dafür sogar 2 Feiertage spendiert haben (25.&26.12.). In dieser Zeit am Ende des Jahres kann man zur Ruhe kommen, sich besinnen und das eigene Leben in einer größeren Realität wahrnehmen.
Andere Länder haben teilweise nur einen Tag frei, aber in der gesamten westlichen Welt ist Weihnachten als feststehender Bestandteil in die Kultur eingegangen und prägt unsere inner Uhr, unser Konsumverhalten und unsere Emotionswelt.
Ich will jetzt garnicht über die Kommerzialisierung (Lebkuchen im August), den eigentlichen Zweck (Gott wird Mensch - aus Liebe zu uns) und mögliche Rückbesinnung auf alte Bräuche (fasten, teilen, gemeinsam freuen) schreiben. Das sollte an anderer Stelle geschehen.
Ich stelle mir momentan viel mehr die Frage, ob ich mit meiner Einstellung zu Weihnachten überhaupt noch in die heutige Gesellschaft passe. Immerhin singe ich klassische Weihnachtslieder mit klar christlichem Text, schreibe in meinen Rundmails auch über die Geburt des historischen Christkindes und bekenne mich dazu, dass dieses Fest für mich mehr ist als Glühwein trinken und Kreditkartenrahmen austesten.
Und dann lese ich, dass an einer englischen Schule aus "Political Correctness" bei Schulweihnachtsfeiern keine Weihnachtslieder gesungen werden dürfen und ein Krippenspiel aus Rücksicht auf andersgläubige Menschen fast abgesagt wurde. Dann sitze ich bei diversen Weihnachtsfeiern bei denen alles seinen Platz hat nur nicht der Ursprung von dem, was man eigentlich gerade feiert. Und dann gehe ich durch die Stadt und lächle freundlich die Menschen um mich herum an, die voller Hektik Geschenkeberge an sich raffen ohne den Sinn des Schenkens überhaupt zu bedenken. Ich kenne Menschen, die sich ärgern, dass über Weihanchten die Bibliothek nciht öffnet, weil sie gerne lernen würden. Ich kenne Menschen, die jetzt schon wissen, dass der heilige Abend in trauter Familienrunde spätestens ab 22 Uhr unerträglich wird und seit einigen Jahren entdecke ich immer wieder Kneipen, Diskotheken und andere Orte, die an den Weihnachtsfeiertagen und sogar an Heiligabend die gefrusteten Weihnachtshasser zum fröhlichen Feiern einladen.
Klar, wenn man seit 3 Monaten nur noch von Stollen und Spekulatius lebt und spätestens seit dem 1.Advent der tägliche Glühweinstandbesuch nciht fehlen darf, dann hat man irgendwann genug von dem Rummel. Wenn die Familie sich das ganze Jahr über aus dem Weg geht, weil unausgesprochene Missgunst zwischen den nächsten Verwandten sich aufgestaut hat, kann der eine Abend besonderer Nähe nicht lange gut gehen. Und wenn sowieso das klassische Vater-Mutter-Kinder-Bild unserer Gesellschaft zu einer Patchwork-Ideologie zerfällt, bei der 12 irgendwie Verwandte innerhalb von 3 Tagen versuchen in 7 unterschiedlichen Konstellationen jeweils möglichst harmonische Zeit zu verbringen, dann verstehe ich, warum einige Mitmenschen zu Weihnachtsverweigerern werden.
An sich mag ich meine klassiche konservative Art mit Weihnachten umzugehen.
Gottesdienst, gutes Essen mit der Familie, ein paar Lieder und Gedichte und zwischendurch von Herzen kommende Geschenke mit Bedeutung. Dazu Zeit, sich gegenseitig zuzuhören und nciht schon zum nächsten Termin hetzen zu müssen.
Ich hinterfrage zwar Traditionen und bin bereit, sie zu ändern, wenn sie mir nicht mehr zeitgemäß erscheinen, aber eine Begründung, warum ich mich Weihnachten nicht mehr an den Namensgeber ("Christmas") erinnern sollte, um andersgläubie nicht zu diskriminieren oder warum ich der Konsumbranche zu neuen Rekordzahlen verhelfen muss, um die Konjunktur zu retten, habe ich dabei noch nicht gefunden. Und deshalb bleibt für mich Weihnachten der Tag an dem wir uns an die Geburt von Jesus Christus erinnern.
Und wie feierst du Weihnachten?

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