Samstag, November 01, 2008

Dudeism

"Come join the slowest-growing religion in the world - Dudeism. An ancient philosophy that preaches non-preachiness, practices as little as possible, and above all, uh...lost my train of thought there. Anyway, if you'd like to find peace on earth and goodwill, man, we'll help you get started. Right after a little nap."

Soweit der Introtext der Website
www.dudeism.com, die informieren will, wie man mit Gelassenheit und Trägheit die Welt verbessern kann.

Das ganze geht zurück auf den "Dude" aus dem Film "The big Lebowski" (Coen-Brothers. 1998). Ein vollkommener Looser, der den ganzen Film lang nur Pech hat und dadurch zur Kultfigur geworden ist, dass er
- ein totaler Versagen ist
- ständig "bekackt" ("fucking" im Original) sagt
- zu jeder Gelegenheit "White Russian" trinkt
- in tiefer Zufriedenheit diese Situation hinnimmt und das Leben genießt.

Eigentlich also der totale Antiheld und gerade das fasziniert am Dude. Er ist vollkommen das Gegenteil von dem, was uns die Welt vorgbit. Er widersetzt sich in einer tiefen Ruhe den gesellschaftlichen Gepflogenheiten und schafft so das neue Hippie-Ideal für viele überarbeitete und Beauty-erschöpfte Mainstreambürger. Aus dieser Haltung rührt vermutlich auch die religiöse Anlehnung des Dudeismus an den Taoismus (nicht nur weil der Kreis so schön an eine Bowlingkugel erinnert). Und in meinem stressigen Alltag merke ich unterschwellig des öfteren, dass ich Lust bekomme, mich eifnach mal mit einem White Russian aufs Sofa zu setzen und als Dude zu chillen (so wie jetzt gerade).

Ob man das ganze deshalb gleich eine Religion nennen, Priester ordinieren und Amtshandlungen ausüben muss mag strittig sein, aber ich finde sowohl den Film wie auch die Website (bei aller krischen Distanz gegen bestimmte Aussagen) durchaus amüsant und weiterbringend.
Und nicht zu unrecht wird in der Aufzählung großer dudeism-Vertreter auch Jesus Christus genannt, der ja letztlich auch zu einem entspannten und versöhnten Leben aufgerufen hat. Nicht unbedingt zum faulen fäkalsprachigen Drogenkonsum, aber zu einer dudeischen Gelassenheit gegenüber bestimmten Zwängen der Welt, die uns gefangen nehmen und zu immer mehr Arbeit und Leistung ohne Rücksicht auf unseren Körper und Geist verleiten wollen.
In diesen Sinne: Prost!