Mittwoch, März 28, 2007

Sterntagebücher im TV

Oft blogge ich ja ganz untypisch für dieses Medium gleich ganze Romane oder komplette Gedankengänge, die so lang sind, dass sie keiner liest. Deshalb komme ich auch so selten dazu. Heute nun mal ein kurzer Beitrag von mir ;-)

Hab die Tage im Internet die ersten beiden Folgen einer neuen Weltraumserie
des ZDF gesehen und muss das einfach weitersagen! Ich gebe zu, an den
Humor muss man sich gewöhnen, aber ich finds sehr geil :-)
Infos: http://ijontichy.de/
online sehen: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/16/0,1872,1404048,00.html
mehr Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Ijon_Tichy:_Raumpilot

Ijon Tichy ist dabei ein krass kreativer Raumpilot der mit russischem Akzent und fast richtiger deutscher Grammatik durch die endlosen Weiten der Einbildungskraft fliegt und dabei so kuriose Abenteuer erlebt, dass man ihm nachsagt, er hätte das alles einfach im Suff erfunden. Dadurch setzt der Autor Stanisław Lem (Sterntagebücher, 1961) auf Selbstironie und zeigt, dass er ScienceFiction zwar durchaus mit philosophischem Ansatz produziert, aber nicht zu ernst nimmt und sich selber auf die Schippe nehmen kann.

Die Verfilmung für das ZDF läuft gegen Mitternacht also eher als Randerscheinung, aber durchaus als ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Stoff, der frei umgesetzt in 6 mal 15 Minuten durchaus unterhaltsam und nachdneklich zugleich sein kann.

Fragen, die ich mir (nach den ersten 2 Folgen) stelle sind z.B.:
  • Wo steuert das Leben hin, wie schaffen wir alles gleichzeitig, wer steuert eigentlich?
  • Wie wird phantasie real und was kann man technisch/philosophisch erschaffen, was noch nicht existiert?
  • Wer sagt eigentlich, dass Zeit chronologisch verläuft und es nur eine Realität gibt?
  • Warum muss die Erde das Zentrum unserer Vorstellungskraft sein?
Aus christlicher Perspektive sehe ich Gott als Schöpfer aller Kreativität, die jetzt in dem gegebenen Rahmen agieren kann. Da können wir durchaus ersetzbar, zurückspuhlbar oder unbrauchbar sein und sind trotzdem einzigartig und wertvoll. Nur eben nicht das Zentrum von allem, sondern ein kleiner Teil...

OK, bevors wieder lang wird, hör ich hier mal auf und freu mich auf nächste Woche...