Die Zeitumstellung
Und schon oft kam mir der Gedanke: Man müsste einfach den 30-Stunden-Tag einführen. Wenn 24h nicht reichen, sondern man nach Mitternacht noch weiter arbeitet bis zum Morgengrauen oder die Partytour erst mit dem Frühstück endet, sollte man einfach ganz generell diese mehr oder weniger willkührlich festgesetzten 24 Zeiteinheiten pro Tag auf 30 erhöhen. Und schon haben endlich alle genug Zeit. Zeit, sich mal zu unterhalten, Zeitung zu lesen, sich zu bilden, Zeit für die Familie, für Freunde, für Notleidende, genug Zeit für Arbeit, Projekte, das Ehrenamt und die Freizeit Und (was mir am meisten fehlt) Zeit, sich regelmäßig richtig auszuschlafen und fit zu werden für den nächsten Tag!
Das hab ich auch gleich mal getestet. Als ich nämlich letztens aus Malaysia wieder nach Deutschland geflogen bin, hat mein Flieger abends Kuala Lumpur verlassen, ist die ganze Nacht durchgeflogen (mit einem Zwischenstop in Dubai) und mittags in Frankfurt angekommen. Allerdings sind wir nach Westen geflogen, haben also unsere Uhren regelmässig zurückgestellt und wurden nach einer guten Nachtruhe bereits um 3 Uhr (Ortszeit Dubai) zum Frühstück wieder geweckt. Beim Weiterflug nach Frankfurt dann nochmal 2h zusätzlich, sodass im Endeffekt dieser Tag mit 3 Frühstücken, 2 Spielfilmen und zahlreichen Erlebnissen im Flugzeug begann, über Gepäck ausladen, Post bearbeiten und ähnliches am Mittag weiterging und nach dem Abendessen und einer Fotoshow mit der Familie nach 31h endete. WOW, so könnte es öfters sein!
Und das Problem, sich an die neue Zeit zu gewöhnen, kann man sich sicherlich auch mit der Zeit abtrainieren, wenn man einfach öfter mal lange Tage einplant ;-)
Warum also nicht? Gerade hatten wir ja schon den nächsten überlangen Tag: durch die Zeitumstellung auf die Winterzeit! Wir konnten also eine Stunde länger schlafen und die meisten Menschen waren froh, endlich einmal etwas mehr Zeit zu haben. 25h am Tag wäre also schonmal ein Anfang!
Leider wird ja diese eine "geschenkte Stunde" im März wieder eingefordert, wenn uns dann der 23h-Tag wieder in die Realität der Sommerzeit zwingt. Und laut einer Umfrage sind wohl immer noch 55% der Deutschen dafür, das auch so beizubehalten (wobei Ältere eher gegen die Umstellung sind, was bei zukünftiger Überalterung der Gesellschft durchaus zu einer Abschaffung der Zeitumstellung führen könnte!).
Mein Alternativvorschlag wäre: Lasst uns doch einfach die Uhren immer nur zurück stellen. Zum Beispiel einmal im Monat. So wie wir Ende Oktober eine Stunde extra hatten, könnte man es auch Ende November, Ende Dezember oder Ende Januar machen. Das würde auch Probleme mit falsch gestellten Weckern oder verpeilten zufrüh- oder zuspät-kommern beseitigen, weil man sich dann ja dran gewöhnen kann, einmal im Monat die Uhr umzustellen bzw. die Industrie dafür automatismen finden könnte. Und der menschliche Biorhythmus hat sich daran dann auch bald gewöhnt...
OK, so eine regelmässige Zeitverschiebung hat auch Nebenwirkungen. So wird es jeweils eine Stunde eher hell. Aber das ist doch genau, was man möchte. Früher hell = früher wach = besser arbeiten können :-)
Also werden wir alle immer mehr und besser früh aufstehen und arbeiten können. Schwierig wird es dann eventuell im Frühjahr, wenn nach der 7. oder 8. Zeitumstellung die Sonne gegen Mitternacht aufgeht und so das düstere Treiber in Kneipen und die Lichtspiele der Diskotheken nicht mehr zur Geltung kommen. Aber dafür sieht man dann besser, mit wem man sich da einlässt und so manche herbe Enttäuschung am Morgen kann vermieden werden.
Die Tatsache, dass es ab nächstem Sommer dann beim Aufstehen nicht noch dunkel wäre, sondern schon dunkel (weil die Sonne mittlerweile gegen 20 Uhr aufgeht und gegen 8 Uhr unter), könnte anfängliche Verwirrungen auslösen, aber wirkliche Irritationen dürften erst nach 2 Jahren zu erwarten sein, wenn zum ersten Mal ein kompletter Tag flöten geht, weil es nach der 24. Zeitumstellung einfach 24 Stunden später ist als auf traditionellen Kalendern eingetragen. So etwas wäre dann (vergleichbar mit dem 28. Februar) als Schalt-Tag in alle Kalender einzuplanen. Menschen, die an diesem Tag Geburtstag haben, können ja "nachfeiern" und Termine an diesem Tag würden einfach umgelegt, weil jetzt die Menschen ja regelmäßig mehr Zeit haben und sich sicherlich genug freie Zeiten finden sollten. Alternativ würde man einfach im normalen Kalender-Konzept weiterleben und akzeptieren, dass man jetzt einen Tag später dran ist...
Wenn nach 2 Jahren ein Tag fehlt und nach 20, 40 oder 100 Jahren die Bevölkerung sich an die zehnte, zwanzigste oder fünfzigste Tagesverschiebung gewöhnt hat, würde man einfach auch im Tourismusbereich die klassischen Jahreszeiten flexibler gestalten, da ein 50 Tage verschobenes Wintersportereignis dann vielleicht im Juni stattfindet (was dann aber ein Wintertag wäre!) und andere Daten im Spätherbst hochsommerliche Temperaturen verbuchen können.
Somit würde also jede Statistik und jeder Ablauf etwas mehr Flexibilität bekommen, was ja auch sehr gut in die heutige Zeit passt, weil ohnehin alles flexibel gehandhabt wird und nichts Bestand hat, ausser dem Wandel. Und wenn wir jeden Monat eine Stunde mehr Zeit haben, dann können wir ja in dieser Zeit auch in aller Ruhe den Verwaltungsaufwand erledigen, um die neuen Kalender anzupassen, neue Jahreskonzepte zu erstellen und die "neue Zeit" zu verstehen.
Und wenn das geschafft ist, kommt der nächste Schritt: der 30h-Tag. Dann wird das Leben wirklich schön und wir haben endlich jeden Tag genug Zeit, um derart unsinnige Zukunftsvisionen zu erschaffen ;-)
P.S.: Wer beim ersten Feldversuch dabeisein möchte, einfach per Mail oder Kommentar melden und im März die Uhren nicht vor, sondern wieder zurück stellen und sich gleich 2 Stunden sichern :-)

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